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    Europäisches Projekt zur Stillförderung
 


Im Oktober 2002 startete das „Europäische Stillförderungsprojekt“ in Triest. Vertreter aus allen Mitgliedsstaaten der erweiterten EU sind am Projekt beteiligt (deutsche Version des Aktionplans Blueprint deutsch.pdf). (siehe dazu auch diesen Link: www.eu2004.ie aus den USA gibt es bereits einen solchen Aktionsplan: PDF zum Download

Ziel ist ein Aktionsplan zum Schutz, der Förderung und Unterstützung des Stillens. Dieser soll von den EU-Staaten dazu verwendet werden, nationale Pläne zur effektiven Stillförderung zu entwickeln und umzusetzen. Entwickelt wurde der Plan von der schwedischen Spezialisten für Public Health Agneta Yngve und Dr. A. Cattaneo aus Italien.

Daten zum Stillen
Da bisher keine verwertbaren Daten über den Stand der Stillförderung in Europa zur Verfügung standen, wurde zunächst ein Fragebogen entwickelt. Die Auswertung der gesammelten Daten zeigt aus Cataneos Sicht klar, dass die Stillraten in Europa generell niedriger ausfallen als sie von WHO und UNICEF empfohlen werden.
In einigen Ländern ist die Anfangsstillrate gering, aber auch in Ländern mit hoher Anfangsstillrate kommt es zu einem markanten Rückgang des Stillens innerhalb der ersten sechs Monate. Die Rate der Kinder, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden, ist in ganz Europa niedrig. Einige Länder haben ein nationales Komitee wie z. B. eine Stillkommission, stillfreundliche Spitäler, sowie Gesetze zum Mutterschutz oder der Vermarktung von Babynahrung, andere Länder hinken hinterher. Generell ist ein Mangel an Eifer für die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Stillförderung festzustellen.

Umsetzung auf nationaler Ebene
Der Aktionsplan wird derzeit von den Interessensvertretern der Stillförderung in jedem Land bearbeitet. Der Plan enthält Maßnahmen, für eine effektive Stillförderung auf nationaler und lokaler Ebene. Dazu gehören Planung, Finanzierung, Information, Aus- und Weiterbildung sowie Evaluation der Maßnahmen.
Der Aktionsplan zum Schutz, der Förderung und Unterstützung des Stillens wird im Juni 2004 in Dublin von allen Teilnehmern bestätigt werden und im September dem „Direktorat für Öffentliche Gesundheit“ der Europäischen Kommission übergeben. Die schrittweise Umsetzung des Aktionsplans soll eine europaweite Verbesserung der Stillraten bringen. Er hat sein Ziel erreicht, wenn Stillen wieder der normale, allgemein anerkannte und akzeptierte Weg der Säuglings- und Kleinkindernährung geworden ist.

Umsetzung in Österreich
Für Österreich ist zu hoffen, dass die gesundheitlichen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind in den Köpfen der Gesundheitspolitiker soweit präsent werden, dass sie die Dringlichkeit für Stillförderungsmaßnahmen auf Bundes- und Landesebene erkennen und entsprechende Aktionen starten.
Mit der Installierung der nationalen Stillkommission ist ein erster Schritt geschehen. Mediale Informations- und Werbekampagnen, die Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals sowie eine Annäherung aller Geburtsabteilungen an die Standards der stillfreundlichen Spitäler sind ebenso Teile des Aktionsplans, wie Forderungen der beiden österreichischen Vertreterinnen Ilse Bichler, Regional Administratorin für Europa, Nordafrika und den Mittleren Osten IBLCE, und Anne-Marie Kern, BFHI Koordinatorin und Präsidentin des VSLÖ, die sich schon seit Jahren aktiv für die Stillförderung in Österreich einsetzen.

Eva Böhm