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So positiv und klar die österreichischen
Beikostempfehlungen 2010 (Link) sind, ist es wichtig, auf deren Inhalte
nochmals hinzuweisen, in denen es auch um die Wichtigkeit des Stillens
sowie die kompetente und einfühlsame Unterstützung von Eltern mit Babys
geht.
Der VSLÖ wandte sich zuletzt mit der folgenden Stellungnahme an die Öffentlichkeit.
siehe auch
Gemeinsamer Brief von VSLÖ, AGES,
Gesundheitsministerium, Hauptverband der Sozialversicherungen und
der Stillkommission (Text online / Text als pdf).
Hinweis: Inzwischen hat auch die Österreichische
Gesellschaft für
Kinder- und Jugendheilkunde den gemeinsamen Brief sowie die
Stellungnahme des VSLÖ an etwa 1400 Ärztinnen und
Ärzte weitergeleitet. Von der ÖGKJ erschien kürzlich eine
Broschüre "Mein Baby isst gesund" zur Ernährung im ersten
Lebensjahr ( Link). Auch andere Organisationen und Berufsverbände haben die Initiative mitgetragen - siehe zu weiteren Details diesen Text aus den VSLÖnews
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Als ein wichtiges und zukunftsorientiertes Ergebnis des Projekts „Richtig essen von Anfang an“ (www.richtigessenvonanfangan.at)
wurden im Dezember 2010 österreichische
„Beikostempfehlungen“ veröffentlicht. Partner bei
diesem Projekt sind die Österreichische Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), das
Bundesministerium für Gesundheit und der Hauptverband der
Österreichischen Sozialversicherungsträger.
„Wir freuen uns über die klaren Aussagen in diesen
Empfehlungen und dass dem Stillen bei der Ernährung von Babys von
maßgeblichen Proponenten der Gesundheitspolitik eine so hohe
Bedeutung beigemessen wird“, betont Eva Bogensperger IBCLC, die
seit Ende Dezember 2010 die neue Präsidentin des Verbandes der
Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs (VSLÖ) ist. Sie
sieht die Beikostempfehlungen auch als Erfolg der jahrelangen
Bemühungen des VSLÖ zu einer Intensivierung der
Stillförderung in Österreich.
Mehr Verunsicherung
„Aufgrund einiger aktueller Medienberichte ensteht der Eindruck,
dass diese Empfehlungen leider nicht vollständig gelesen
werden“, bedauert Bogensperger. In den letzten Wochen ist die
Zahl von Müttern und auch von Ärzten und Ärztinnen,
Krankenpflegepersonen und Hebammen, die sich mit Besorgnis und
Irritation um Rat an geprüfte Still- und Laktationsberaterinnen
IBCLC wenden, merklich gestiegen. „Sollen Babys jetzt nur mehr
vier Monate gestillt werden?“, ist ein Grundtenor dieser
Anfragen.
Rund um die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu den
Beikostempfehlungen gab es in verschiedenen Medien einige Artikel, die
sich teils sehr kritisch mit dem Thema Stillen beschäftigten.
Weiters wird oft auf die neuen Beikostempfehlungen verwiesen, laut
denen angeblich eine Empfehlung „4 Monate Stillen sind
genug“ unterstützt würde – das Gegenteil ist der
Fall.
Es ist ebenso eine Fehlinterpretation wenn der Eindruck vermittelt
wird, dass das Stillen durch die Einführung von Beikost
schlagartig abgelöst werden solle. In den Beikost-empfehlungen
wird unterstrichen, dass in dieser Phase ebenso Rücksicht auf die
individuellen Bedürfnisse des Kindes genommen werden soll.
Beratung ist immer wichtig
In manchen Medienberichten geht es zudem um die Frage, inwieweit
„Druck“ auf Mütter ausgeübt wird, damit sie sich
für das Stillen entscheiden. Hier ist es wichtig festzuhalten,
dass es die Freiheit der Mutter sein soll, sich informiert aktiv
für die Ernährung ihres Kindes zu entscheiden. Die Aufgabe
der Beratung ist es, diese Entscheidung zu unterstützen und die
Umsetzung zu ermöglichen. Sowohl Mütter die sich für das
Stillen entscheiden, als auch solche die neben dem Stillen
Formulanahrung geben oder Frauen, die aus verschiedenen Gründen
nicht stillen wollen oder können brauchen Unterstützung durch
die Ärzteschaft, Pflegepersonal und Hebammen.
Es würde nicht darum gehen, eine Mutter daran zu messen, ob
sie sich für oder gegen das Stillen entscheidet, unterstreicht
Bogensperger. „In jedem Fall ist es wichtig, dass sie einen
möglichst einfachen Zugang zu fachkompetenter Unterstützung
und Begleitung hat. Eltern mit Neugeborenen haben oft große
Ängste, ob sie alles ‚richtig‘ machen, ihr Baby
optimal fördern.“ Es gibt vielfältige, professionell
aufbereitete Informationen oder kostenlose Proben von
Muttermilchersatzprodukten. „Zum einen wäre wichtig, dass es
ebensolche Informationen zu der weitreichenden und nachhaltig wirksamen
Bedeutung des Stillens gibt – die neue Broschüre zu den
Beikostempfehlungen ist ein positives Beispiel dafür. Zum anderen
gehört es selbstverständlich zu den Aufgaben einer
geprüften Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Mütter bei
der optimalen Auswahl und dem richtigen Einsatz von Beikost zu
unterstützen.
Auch die Vorsitzende der Österreichischen Stillkommission, Dr.
Beate Pietschnig weist darauf hin, dass „es mehrfach abgesicherte
Belege über die Wichtigkeit des ausschließlichen Stillens in
den ersten sechs Lebensmonaten gibt und die darauf Bezug nehmende
Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO auch für
Industrieländer weiter aktuell ist.“ Dort wird empfohlen,
bis zum Ende des sechsten Lebensmonats voll zu stillen, sowie neben
geeigneter Beikosteinführung weiterzustillen bis ins zweite
Lebensjahr oder – wenn es für Mutter und Kind passt - auch
darüber hinaus.
Es ergeben sich daraus viele nachhaltige positive gesundheitliche
Effekte sowohl für das Kind als auch für die Mutter.
Pietschnig und Bogensperger sind sich einig, dass sowohl bei
Müttern und Vätern mit Babys als auch bei Fachpersonen
derzeit die Gefahr bestehe, „dass widersprüchliche Aussagen
und Interpretationen Verunsicherungen oder auch Fehlinformationen
auslösen.“
Gemeinsame Informationsarbeit
In der jetzigen Situation ist es wichtig, noch einmal zu einem
Stück Klarheit beizutragen. Daher gibt es eine Initiative bei der
alle Geburtenabteilungen sowie die Berufsverbände von Ärzten
und Ärztinnen, Krankenpflegepersonal und Hebammen über die
Inhalte der Beikostempfehlungen informiert werden, sowie über die
Bedeutung einer gut organisierten, fachlich kompetenten und leicht
zugänglichen Stillberatung. Es ist wichtig, dass alle in der
Betreuung von Schwangeren und jungen Familien Tätigen die gleiche
Sprache sprechen und damit weitere Verunsicherung vermeiden. Es ist
gelungen, die AGES, das Gesundheitsministerium, den Hauptverband der Sozialversicherungen und die Stillkomissiom
für einen gemeinsamen Brief (Text als pdf) zu gewinnen.
Gerade bei der Beratung und Betreuung von Schwangeren, von Müttern
und Vätern mit Kindern bis zum zweiten Lebensjahr ist die
Qualität der gegebenen Informationen eine sehr wichtige, ja
entscheidende Größe. Dies zeigen auch internationale Studien
deutlich. Umso mehr ist es zu bedauern, wenn die an sich klaren und
positiven Aussagen der Beikostempfehlungen nun ‚halb‘
gelesen und falsch ausgelegt werden.
Wir ersuchen auch Sie, liebe Leser-Innen darum, die
Informationen aus diesem Text (Text als pdf) weiter zu geben
sowie dazu beizutragen, dass Eltern gute Informationen und kompetente
Beratung zur Säuglingsernährung erhalten. Sollten Sie dabei
unterstützen brauchen, können sie sich gerne an den VSLÖ
(info@stillen.at) wenden!
Hinweis:
Die Broschüre „Richtig essen von Anfang an! – Babys
erstes Löffelchen“, die auf den Beikostempfehlungen basiert
kann auf der WebSite www.richtigessenvonanfangan.atals
pdf heruntergeladen werden (direkter Link). Zudem finden sich dort
weitere umfassende Unterlagen auch zum Thema Stillen sowie dieser Link
auf das Bestellservice des Gesundheitsministeriums, über das diese
Broschüre kostenlos bezogen werden kann, genauso wie der
bewährte Ratgeber „Stillen - ein guter Beginn/Information
für Mütter und Väter“ der zuletzt 2009 von der
Stillkommission unter Mitwirkung des VSLÖ aktualisiert
wurde.
cft/vslö
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