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Im
März 2011 entstand ein Brief, der gemeinsam von VSLÖ,
Gesundheitsministerium, Hauptverband der Sozialversicherungen,
Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) und Österreichischer
Stillkommision unterzeichnet wurde. Denn die am Ende als ein Ergebnis
des Projekts „Richtig essen von Anfang an“ des alten Jahres
erfreulicherweise veröffentlichten
„Beikostempfehlungen“ wurden sehr unterschiedlich gelesen,
teilweise schlecht zitiert. (siehe auch diesen Beitrag aus den VSLÖnews!)
Eltern und auch Fachpersonal (Ärzte und Ärztinnen,
Krankenpflegepersonal, Hebammen) sahen sich mit neuen Diskussionen
konfrontiert, u. a. ob nicht doch vier Monate ausschließliches
Stillen ausreichend sei. Um so wichtiger war diese Klarstellung.
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Zunächst ein Auszug aus dem gemeinsamen Brief, der nach wie vor online auch als pdf zu finden ist:
„Da in den letzten Wochen die Zahl von Müttern und auch von
Ärzten und Ärztinnen, Krankenpflegepersonal und Hebammen, die
sich mit Besorgnis und Irritation hinsichtlich der Stilldauer um Rat an
geprüfte Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) wenden,
merklich gestiegen ist, möchten wir auf folgende Auszüge aus
den neuen „Österreichischen Beikostempfehlungen“
hinweisen:
„[…] Der Zeitpunkt für die Einführung von
Beikost ist stark vom Entwicklungsgrad des Kindes abhängig,
generell ist ein ausschließliches Stillen bis zirka 6 Monate ein
wünschenswertes Ziel (ESPGHAN, 2009). [..](Anm.: Dies entspricht
ebenso den Empfehlungen der österreichischen Stillkommission)
[…] Das Einführen von Beikost vor dem Beginn des 5. Monats
(17. Lebenswoche) sollte aufgrund der Erhöhung des Risikos
für Infektionskrankheiten und einer gesteigerten Gewichtszunahme
vermieden werden. Die gesteigerte Gewichtszunahme ist mit einem hohen
Risiko für Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 und
kardiovaskulären Erkrankungen im Erwachsenenalter assoziiert
(EFSA, 2009). Weiters kann eine Einführung von Beikost vor Beginn
des 5. Monats das Risiko für atopische Erkrankungen erhöhen
(DGAKI, 2009). […]
[…] Die Einführung von Beikost sollte nicht zum sofortigen
Abstillen führen. Es sollte so lange weiter gestillt werden, wie
Mutter und Kind es wünschen. […]“
Gerade bei der Beratung und Betreuung von Schwangeren, von Müttern
und Vätern und von Kindern bis zum zweiten Lebensjahr ist die
Qualität der gegebenen Informationen eine sehr wichtige, ja
entscheidende Größe. Dies zeigen auch internationale Studien
deutlich. Umso mehr ist es zu bedauern, wenn die an sich klaren und
positiven Aussagen der Beikostempfehlungen nur ‚halb‘
gelesen und falsch ausgelegt werden.
Wir ersuchen Sie darum, die oben genannten Informationen weiter zu
geben sowie dazu beizutragen, dass Eltern gute Informationen und
kompetente Beratung zur Säuglingsernährung erhalten, damit
keine falschen Eindrücke entstehen.“
Auf Initiative des VSLÖ wurde dieser Brief von mehreren
Institutionen weiter getragen, über deren WebSites, Newsletter
oder Publikationen, u. a.: Österreichische Gesellschaft für
Kinder- und Jugendheilkunde (www.docs4you.at), Berufsverband
Kinderkrankenpflege Österreich (www.kinderkrankenpflege.at),
Österreichisches Hebammengremium (www.hebammen.at),
Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit
(www.kinderjugendgesundheit.at), Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft
Österreich (www.pikler-hengstenberg.at) sowie das Netzwerk
Lebensbeginn.
„Ein großartiges Ergebnis, das zeigt, dass ein gemeinsames
Vorgehen in Sachen Stillförderung in Österreich möglich
ist“, freut sich Eva Bogensperger, Präsidentin des
VSLÖ. Aus den Kontakten mit den Instititutionen haben sich auch
gute Grundlagen für eine weitere intensivere, langfristige
Kooperation ergeben.
Bogensperger weist daraufhin, dass es „weiter wichtig bleiben
wird, dass immer wieder auf die Bedeutung des Stillens auch von den
großen Berufsverbänden hingewiesen wird.“ Dies
wäre ein entscheidender Beitrag dazu, dass in der Beratung von
Schwangeren sowie von Eltern von neu geborenen Kindern eine
„einheitliche Sprache“ zum Einsatz kommt, sowie dass
Stillförderung in Spitälern und Ordinationen sich an
fundierten Richtlinien wie jenen von ILCA orientiert und mehr als ein
Zufall ist. „Wünschenswert wäre zudem, dass es wie in
anderen Ländern von Seiten der öffentlichen Hand Kampagnen
gibt, die auf die Wichtigkeit des Stillens hinweisen“, blickt
Bogensperger in die Zukuknft.
VSLÖ/cft
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