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So positiv und klar die österreichischen
Beikostempfehlungen 2010 sind, ist es wichtig, auf deren Inhalte
nochmals hinzuweisen, in denen es auch um die Wichtigkeit des Stillens
sowie die kompetente und einfühlsame Unterstützung von Eltern mit Babys
geht.
Daher gibt es eine Initiative bei der
alle Geburtenabteilungen sowie die Berufsverbände von Ärzten
und Ärztinnen, Krankenpflegepersonal und Hebammen über die
Inhalte der Beikostempfehlungen informiert werden, sowie über die
Bedeutung einer gut organisierten, fachlich kompetenten und leicht
zugänglichen Stillberatung. Es ist wichtig, dass alle in der
Betreuung von Schwangeren und jungen Familien Tätigen die gleiche
Sprache sprechen und damit weitere Verunsicherung vermeiden. Es ist
gelungen, die AGES, das Gesundheitsministerium, den Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Stillkomissiom
für einen gemeinsamen Brief zu gewinnen. (dieser Brief sowie die Stellungnahme des VSLÖ (mehr)
wurde inzwischen u. a. weitergeleitet von der Österreichischen
Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, dem
Österreichischen Hebammengremium, dem Berufsverband
Kinderkrankenpflege und anderen Organisationen)
Hier der Inhalt:
Sehr
geehrte Damen und Herren!
April 2011
Als
ein wichtiges und zukunftsorientiertes Ergebnis des Projekts „Richtig
essen von Anfang an!“ (www.richtigessenvonanfangan.at) wurden im
Dezember 2010 „Österreichische Beikostempfehlungen“
veröffentlicht. Partner bei diesem Projekt sind die Österreichische
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), das
Bundesministerium für Gesundheit und der Hauptverband der
Österreichischen Sozialversicherungsträger. Die Empfehlungen wurden
gemeinsam mit Experten/innen im Bereich Kindergesundheit und
Ernährung erstellt. Sie gelten für stoffwechselgesunde, reif
geborene Kinder mit und ohne genetischer Vorbelastung sowie für
gestillte als auch nicht gestillte Kinder und beziehen sich auf die
wichtige und prägende Zeit zwischen Beginn der Beikost und Ende des
ersten Lebensjahres.
Da
in den letzten Wochen die Zahl von Müttern und auch von Ärzten und
Ärztinnen, Krankenpflegepersonal und Hebammen, die sich mit
Besorgnis und Irritation hinsichtlich der Stilldauer um Rat an
geprüfte Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) wenden, merklich
gestiegen ist, möchten wir auf folgende Auszüge aus den neuen
„Österreichischen Beikostempfehlungen“ hinweisen:
-
„[…]
Der Zeitpunkt für die Einführung von Beikost ist stark vom
Entwicklungsgrad des Kindes abhängig, generell ist ein
ausschließliches Stillen bis zirka 6 Monate ein wünschenswertes
Ziel (ESPGHAN, 2009). [..](Anm.: Dies entspricht ebenso den
Empfehlungen der österreichischen Stillkommission)
-
[…]
Das Einführen von Beikost vor dem Beginn des 5. Monats (17.
Lebenswoche) sollte aufgrund der Erhöhung des Risikos für
Infektionskrankheiten und einer gesteigerten Gewichtszunahme
vermieden werden. Die gesteigerte Gewichtszunahme ist mit einem
hohen Risiko für Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 und
kardiovaskulären Erkrankungen im Erwachsenenalter assoziiert (EFSA,
2009). Weiters kann eine Einführung von Beikost vor Beginn des 5.
Monats das Risiko für atopische Erkrankungen erhöhen (DGAKI,
2009). […]
-
[…]
Die Einführung von Beikost sollte nicht zum sofortigen Abstillen
führen. Es sollte so lange weiter gestillt werden, wie Mutter und
Kind es wünschen. […]“
Gerade
bei der Beratung und Betreuung von Schwangeren, von Müttern und
Vätern und von Kindern bis zum zweiten Lebensjahr ist die Qualität
der gegebenen Informationen eine sehr wichtige, ja entscheidende
Größe. Dies zeigen auch internationale Studien deutlich. Umso mehr
ist es zu bedauern, wenn die an sich klaren und positiven Aussagen
der Beikostempfehlungen nur 'halb' gelesen und falsch ausgelegt
werden.
Wir
ersuchen Sie darum, die oben genannten Informationen weiter zu geben
sowie dazu beizutragen, dass Eltern gute Informationen und kompetente
Beratung zur Säuglingsernährung erhalten, damit keine falschen
Eindrücke entstehen.
Noch
ein Hinweis: Die Broschüre „Richtig essen von Anfang an – Babys
erstes Löffelchen“ steht auf der Homepage
www.richtigessenvonanfangan.at zum Download zur Verfügung und kann
über den dort bereitgestellten Link zum Bestellservice des
Bundesministeriums für Gesundheit kostenlos bezogen werden.
Mit
freundlichen Grüßen
Bundesminister
Alois Stöger diplômé (Bundesminister
für Gesundheit), Dr. Josef Probst (Generaldirektor-Stellvertreter im Hauptverband
der österreichischen Sozialversicherungsträger, Dr. Bernhard Url (Geschäftsführer
der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
GmbH), Dr. Beate Pietschnig (Vorsitzende der Stillkommission), Eva
Bogensperger (Präsidentin
des Vereins der Still- und LaktationsberaterInnen
Österreich)
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