Basisinfo Stillen
 

Muttermilch ist ein „Power-Cocktail“ an Substanzen, der sich dem Alter und den Bedürfnissen des jeweiligen Babys optimal anpasst. Basisinformationen zu den Vorteilen des Stillen für Baby & Mutter.

Gesundheit und mehr für Babys

Gestillte Kinder haben z. B. ein deutlich geringeres Risiko, an Atemwegserkrankungen zu erkranken, so eine aktuelle Studie aus den USA über den „etwas anderen Hustensaft Muttermilch“.

 


Andere Untersuchungen zeigen, dass Stillen auch Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und des gesamten Verdauungsystems vorbeugt. Muttermilch bietet zudem Schutz vor Allergien bzw. lässt diese deutlich weniger heftig ausfallen, seltener sind auch Diabetes und Krebserkrankungen. In einer aktuellen Studie wird sogar HIVpositiven Müttern empfohlen zu stillen, da Muttermilch eben die gesamte Immunabwehr verstärkt.

Die Vorteile des Stillens haben auch langfristig positive Auswirkungen: Es sinkt z. B. nicht nur die Wahrscheinlichkeit für Adipositas (Fettleibigkeit), gestillte Kinder ernähren sich auch gesünder. Gefördert wird zudem die Sprachentwicklung, Zahn- und Kieferfehlstellungen sind seltener, die Zähne insgesamt besser geschützt. Gleich in mehreren aktuellen Studien wird außerdem auf die höhere Intelligenz von gestillten Kindern hingewiesen.

All diese Vorteile zeigen sich dann am deutlichsten, wenn das Kind innerhalb der ersten sechs Monate ausschließlich gestillt wird - so wie es von der Weltgesundheitsorganisation und z. B. auch der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder – und Jugendheilkunde empfohlen wird (siehe auch diesen Beitrag als Hibntergrund zur Weltstillwoche 2004 sowie die Stillempfehlung des VSLÖ!). Danach, so die Empfehlung soll zumindest bis zum 1. Lebensjahr und nach Bedarf auch länger Muttermilch eingesetzt werden.

Gesundheit für Mütter

Stillen bringt auch Vorteile für die Gesundheit der Mütter: In einer brandneuen Studie wird auf den sehr starken Effekt gerade von langem Stillen auf das Absinken des Brustkrebsrisikos hingewiesen. Geringer wird auch das Risiko für Eierstockkrebs. Nach der Geburt bildet sich durch das Stillen die Gebärmutter zurück, gestärkt wird die gesamte Immunabwehr der Mutter. Stillen bringt auch einen gewissen Schutz für Osteoperose.

Stillen - auch das zeigen mehre statistische Auswertungen aus mehreren Ländern deutlich - senkt also in mehrfacher Hinsicht Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen.

Stillende unterstützen

Stillen ist natürlich, nicht immer ist es ganz einfach. Obwohl der Großteil der österreichischen Mütter mit dem Stillen beginnt, werden nicht einmal die Hälfte aller Kinder bis zum 6. Lebensmonat ausschließlich gestillt.

Wer schon einmal das Wunder einer Geburt miterlebt hat weiß, dass Stillen sowohl bei Mutter als auch Kind als Instinkt angelegt ist. Darum ist die Zahl der Mütter, die mit dem Stillen von Anfang an beginnen sehr hoch. Aktuelle Studien zur Betreuung von Frühgeborenen zeigen übrigens wie wichtig es ist, dass Muttermilch von Anfang an eingesetzt wird und der ungestörte Beziehungsaufbau zwischen Eltern und dem Kind gefördert wird.

Treten erste Schwierigkeiten in der Stillbeziehung auf, wird diese oft sehr schnell unter- oder abgebrochen. Wir motivieren Sie in solchen Situationen, die Unterstützung einer Stillgruppe in der Nähe in Anspruch zu nehmen, wie sie oft von der La Leche Liga angeboten wird oder auf die fachkompetente Unterstützung einer geprüften Still- und LaktationsberaterIn zurück zu greifen (Adressen).

Der Verband der Still- und LaktationsberaterInnen IBCLC VSLÖ fordert den Ausbau Stillfreundlicher Krankenhäuser, in denen Informationen und Beratung für Mütter auch schon vor der Geburt geboten werden. Stillberatung ist auch außerhalb des Krankenhauses wichtig. Erfreulich ist, dass die Zahl der Hebammen, Krankenschwestern und auch Ärzte steigt, die Fortbildungen zum Thema Stillen, wie sie der VELB anbietet, besuchen oder auch das Zertifikat zum/zur geprüften „Still- und LaktationsberaterIn IBCLC“ im Rahmen einer speziellen Fortbildung erwerben.