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    Wissen als Grundlage der Stillberatung
 

Kompetente Stillberatung basiert auf guter Aus- und Fortbildung.

„Immerhin arbeite ich schon seit vielen Jahren mir Müttern und Kindern und die haben sich bestimmt nicht alle schlecht betreut gefühlt. Nach der Entbindung braucht eine Frau doch auch ein wenig Ruhe, damit sie sich erholen kann. Viele Frauen sind dankbar dafür. Aber die Stillberaterinnen wollen alles umkrempeln, die Mütter sollten sich rund um die Uhr selber um die Kinder kümmern. Mit diesen Ansichten sind sie schon etwas extrem. Und wir sollen da alle mitspielen."


Sind Ihnen solche Gedanken auch schon durch den Kopf gegangen? Warum drängen Stillberaterinnen so sehr auf die enge Bindung und die viele Nähe? Welches Wissen haben die Stillberaterinnen? Kann da so vieles anders sein, als Sie das gelernt haben? Ihre Ausbildung war doch auch gut.

Stillen und Muttermilch bieten viele Vorteile gegenüber jeder Flaschennahrung, doch dieses Wissen musste erst wieder erarbeitet werden. Die gängige Praxis, die jahrzehntelang in den meisten Krankenhäusern an der Tagesordnung war - und leider teilweise noch ist -, ist für das Stillen hemmend. Natürlich haben sich Hebammen und Pflegende immer um das Wohl von Müttern und Kindern bemüht, aber die Wertigkeiten haben sich verschoben mit dem neuen Wissen um das Stillen. Es lohnt sich für alle Beteiligten, den Einsatz für das Stillen zu optimieren.

Kompetenzen ergänzen

Statt sich zu ärgern über die „Besserwisserinnen" gibt es einen sicheren Weg, dahinter zu kommen, was das Wissen der Stillberaterinnen ausmacht: Melden Sie sich an zu einem der Seminare des VELB, die in Zusammenarbeit mit dem VSLÖ angeboten werden. Neben der Seminarreihe zur Vorbereitung auf das IBLCE-Examen gibt es die Basis-Seminare, das Grundlagen-Seminar und als besonderes Angebot für Ärztinnen und Ärzte die Ärzte-Seminare. In der Steiermark hat sich die KAGES entschlossen, ein Basisseminar für alle MitarbeiterInnen zu organisieren - 1 dazu ein Rückblick.

Basiswissen über die Stillzeit

In den Basis-Seminaren erhalten Sie grundlegendes Wissen von der Vorbereitung auf das Stillen über Anatomie und Physiologie, dem Stillbeginn, den Stillschwierigkeiten, dem Stillen von kranken oder behinderten Kindern, der Zeit zu Hause, der Beikost bis zum Abstillen. Also ein Bogen von Basiswissen über die gesamte Stillzeit. Dazu kommen Fallbeispiele aus der Praxis. Basis-Seminare dauern drei Mal zwei Tage. Der Inhalt umfasst alle Belange der Personalschulung im Rahmen der WHO/UNICEF Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus" und kann als solche angerechnet werden.

Renate Gamweger, DKKS in Graz beschreibt ihre Eindrücke vom Basis-Seminar:

„Hilfreiche praxisbezogenen Vorträge; keine „militante" Vorgabe bestimmter Vorgänge; Pathologie der Brust verständlich und nicht zu „hochmedizinisch" erklärt; eigene Meinungen und Erfahrungen wurden akzeptiert; keine langatmigen Erklärungen. Ich habe jetzt wesentlich mehr Sicherheit im Umgang mit Frauen und dem Thema „Brust und Stillen".

Das Basis-Seminar sollte für alle, die auf einer geburtshilflichen Station arbeiten, verpflichtend sein, dann wäre die Kommunikation im Team wesentlich einfacher.

Begleitung nach der Geburt

Beim Grundlagen-Seminar wird vor allem auf die Stillbegleitung in den ersten Tagen im Krankenhaus der Schwerpunkt gelegt, dazu kommen die anatomischen und physiologischen Grundlagen des Stillens sowie grundlegende Beratungsstrategien und Kommunikationstechniken.

Das Grundlagen-Seminar dauert einmalig vier Tage.

Speziell für Ärztinnen und Ärzte

Die eintägigen Ärzte-Seminare bieten Evidenz basierte Medizin zum Thema Laktation und Stillen und gehen schwerpunktmäßig auf die Themen ein, mit denen Ärzte in Klinik und Praxis immer wieder konfrontiert werden wie:

Physiologie der Laktation, Probleme der ersten Wochen, Hypoglykämie und Hyperbilirubinämie, Frühgeborene und kranke Kinder, Probleme der Brust, Erkrankungen und Medikamente in der Stillzeit und Abstillen.

Ass. Dr. Irina Grigorow, Kinderärztin LKH Leoben schreibt: „Der Besuch des Basis-Seminars war eine sehr wertvolle Ergänzung in Praxis und Theorie zu meiner Pädiatrieausbildung. Ich habe als Ärztin bedeutend mehr Sicherheit im Umgang mit stillenden Frauen und kann sie sicherer diesbezüglich beraten. Die Tage waren motivierend, der Austausch mit anderen Berufsgruppen interessant, einige Vortragsthemen extrem bereichernd. Der Kurs zeichnet sich insgesamt durch seine hohe Qualität aus, ich werde ihn KollegInnen gerne weiter empfehlen." (1 Weitere Infos zu den aktuellen Seminare für Ärzte & Ärztinnen)

Weiter zur/zum IBCLC

Nach jedem abgeschlossenen Seminar haben Sie die Möglichkeit, in das „Seminar 2" der VELB-Seminarreihe zur Vorbereitung auf das IBLCE-Examen einzusteigen.

Die Zusatzqualifikation Still- und LaktationsberaterIn IBCLC ist seit vielen Jahren weltweit anerkannt. Ihr hoher Standard wird zusätzlich durch eine kontunierliche Weiterbildung zu den Themen Stillen und Stillberatung sicher gestellt.

Stillförderung bedeutet auch, dass die Träger oder Leitungen der Spitäler den Zugang zu diesen Fortbildungsangeboten finanziell und strukturell unterstützen. Dies gilt genauso für den niedergelassenen Bereich, wo eine Förderung durch die öffentliche Hand wichtig wäre.

Isolde Seiringer, IBCLC