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Wie komme ich zu CERPs
 

Zum „Goldstandard" IBCLC gehört auch die kontinuierliche Fortbildung.

„Als IBCLCs verfügen wir über eine Ausbildung mit universitärem Niveau. Die Pflicht zur Weiterbildung und Rezertifizierung alle fünf Jahre entspricht der konsequenten Umsetzung von Forschungsergebnissen, die eindeutig belegen, dass berufliche Kompetenz nach dem Examen nicht erhalten bleibt, außer das gesamte Wissensspektrum wird in regelmäßigen Abständen überprüft!", so die Regional Administratorin des IBLCE Ilse Bichler!


Tja, aber eigentlich, fahre ich sowieso gerne auf Fortbildungen! Es ist eine gute Möglichkeit mir, den neuesten Wissenstand anzueignen und dabei hat sich in den letzten 6 Jahren seit meinem Examen doch einiges verändert. Noch viel mehr schätze ich den Austausch mit den Kolleginnen auf den Regionaltreffen und Fortbildungsveranstaltungen. Regelmäßig hole ich mir hier Rückenstärkung und Energie, um die Sache des Stillens voranzutreiben. Außerdem ist es ausgesprochen spannend, internationale Experten, deren Erfahrungen und Ansichten kennenzulernen und mit ihnen über wichtige Themen zu diskutieren.

Aber warum müssen die Fortbildungen sooo viel kosten? Und warum muss ich immer sooo weit fahren?

Viele Wege zu CERPs

Nun CERPs können auf unterschiedlichen Wegen gesammelt werden:
1 Eine „kostenlose" und „nahe" Möglichkeit sind die Regionaltreffen, die zudem die Möglichkeit einer optimalen Vernetzung mit Kolleginnen in der eigenen Region bieten.
1 Der VSLÖ und der VELB bieten eine ganze Reihe von Veranstaltungen mit hochkarätigen Vortragenden an.

Jede/r der bei einer solchen Veranstaltung mal mitgeholfen hat, weiß wie aufwändig und teuer die Organisation einer solchen Veranstaltung kommt. Ohne die ehrenamtliche Hilfe von Kolleginnen wären sie tatsächlich nicht finanzierbar und wie wir alle wissen hat Muttermilch keine zahlungskräftige Lobby hinter sich, sodass ethisch korrektes Sponsoring ein nervenaufreibendes Geschäft ist.

Zum besseren Verständnis einige Zahlen: Für eine größere Veranstaltung muss ein Saal gemietet werden je nach Ort, Größe und technischen Möglichkeiten sind hier € 400 bis € 1.800 täglich zu rechnen. Auch ein Techniker sollte anwesend sein – Kosten € 40 pro Stunde.
Dolmetsch und Dolmetschanlage kosten für ½ Tag min. € 470. Und die heißgeliebte Jause schlägt mit € 5 – 8 pro Person und Tag zu Buche etc., etc.

Natürlich kann man selbst oder das eigene Krankenhaus eine Veranstaltung organisieren und bei IBLCE Europa um die entsprechenden (kostenpflichtigen) CERPs ansuchen.

Eine weitere Möglichkeit sind die sogenannten „individuellen CERPs":
1 Für die Teilnahme an Veranstaltungen für die der Veranstalter nicht um CERPs angesucht hat, für selbst gehaltene Vorträge vor medizinischem Personal (1 CERP pro Vortragsstunde und 1 CERP für die Vorbereitung einer Vortragsstunde), für das Einreichen von Examensfragen oder Dias bei IBLCE.
Keine CERPs gibt es für:
1 Themen die nicht direkt mit der Arbeit als IBCLC zu tun haben (z.B. Buchhaltungskurs)
1 Praktische Arbeit und Schulung von Müttern und Eltern
1 Für Fortbildungen, die von Firmen oder Personen durchgeführt werden, die dem WHO – Kodex widersprechen.
Nach 5 Jahren müssen nachgewiesen werden:
1 Mindestens 50 L-CERP´s (Themen die direkt mit Laktation und Stillen zu tun haben)
1 Von den geforderten 75 CERP´s werden maximal 20 R-CERP´s (verwandte Themen) angerechnet.
1 Seit 2007 müssen auch mindestens 5 E-CERP´s (Ethik in der Stillberatung) nachgewiesen werden.

Ich freue mich, Euch auf einer der nächsten Veranstaltungen zu treffen, sodass wir uns alle für die von uns betreuten Eltern und Kinder weiterbilden und austauschen können!

Bitte beachten Sie ein Statement von VSLÖ-Präsidentin Gabriele Hörandner zum Thema Werbung und dem Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten mehr sowie ein ergänzendes Dokument des VELB dazu mehr!

Andrea Hemmelmayr, IBCLC