Zusammenfassung der aktuellen Empfehlungen zur Impfung gegen Covid-19

Der in Europa nun als erstes zugelassene Impfstoff ist der mRNA-basierte Wirkstoff BNT162b2 (Comirnaty) der Firma BioNTec/Pfizer. Er wurde in der Zulassungsstudie an 21.700 Probanden (verglichen mit 21.700 Personen im Placebo-Arm) getestet und zeigt einen 95%-igen Schutz gegen die Erkrankung an COVID-19.

Zusätzlich ist mittlerweile ein ähnlich funktionierender Impfstoff der Firma moderna mit sehr ähnlicher Wirkung zugelassen.

Ein mRNA-Impfstoff ist kein Lebendimpfstoff und wird nicht in den Zellkern aufgenommen. Demnach kann er keine genetischen Veränderungen hervorrufen.

Bezüglich der Sicherheit für Schwangere und Stillende gibt es naturgemäß aufgrund der völligen Neuheit dieses Impfstoffes noch keine Daten und vor allem keine Langzeitbeobachtungen.

Seit 12.1.2021 gibt es ein Statement des Nationalen Österreichischen Impfgremiums zur Impfung gegen COVID in der Schwangerschaft und Stillzeit:

https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:1fec338d-7e5c-483e-84ea-a1a6d2ee53ec/COVID-19_Empfehlung_des_Nationalen_Impfgremiums_Version_1__20210112.pdf

Stillzeit: Es ist nicht zu erwarten, dass der Impfstoff oder Bestandteile desselben in die Muttermilch übertreten und sich daraus irgendein theoretisches Risiko ableiten ließe. Im Gegensatz dazu sind die positiven Effekte des Stillens allgemein bekannt und es sollte daher im zeitlichen Kontext mit der Impfung nicht abgestillt werden.

Stand 13.1.2021

WAHL DES VSLÖ VORSTANDES 2020

Am 30. November 2020 fand die Generalversammlung und Wahl des neuen VSLÖ Vorstandes online statt. Der gesamte Vorstand mit seinen beiden Beirätinnen wurde von den anwesenden VSLÖ Mitgliedern wieder gewählt.

Der VSLÖ Vorstand freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen und hat bereits viele neue Ideen für die kommenden Jahre.

Bettina Böhm ist nach 10 Jahren Vorstandstätigkeit ausgeschieden und bleibt dem VSLÖ als CERPS-Fachfrau erhalten.

Ein herzliches Dankeschön an Bettina!

vordere Reihe von links: Christiane Braumann, Anita Schoberlechner, Bri Wysoudil-Dobrowsky
hintere Reihe von links: Ursula Gessner, Gudrun Böhm, Sekretärin Andrea Hemmelmayr, Gabi Flaschberger, Ingrid Kruttner, Elisabeth Schlögel, Bettina Böhm

Foto: Karl Grabherr

News Herbst 2020

Hier geht es zur kompletten Ausgabe News Herbst 2020

Übergänge und Veränderungen gehören zu unserem Leben. Doch wie bewältigen wir sie? Von Albert Einstein ist der Ausspruch bekannt: „We cannot solve our problems with the same thinking we created them.” Das Paar wird zur Familie – mit all seinen Erfahrungen, mit seiner Biografie, mit der einzelnen und der gemeinsamen Vergangenheit. Es braucht aber auch neue Gedanken, um die Herausforderung der Familienwerdung bewältigen zu können. Übergänge beschreiben Schnittstellen, einen Wandlungsprozess, einen biografischen Einschnitt, und bewirken einen Statuswechsel, das Erlernen neuer Rollen und eine veränderte Selbstsicht und Lebenssituation. Veränderungen bringen Neuanfänge und bieten damit Chancen, welche allerdings zuerst erkannt und dann angenommen werden müssen. Oft behindert anfangs ein Phänomen des Widerstandes, genannt „Resistance of change“, die Familienwerdung. Es beschreibt die Ambivalenz, Veränderung einerseits anzustreben, aber zugleich abzuwehren. In ihrem „Acht-Phasen-Modell“ beschreibt die Entwicklungspsychologin Gabriele Gloger-Tippelt den Übergang vom Paar zur Familie von der „Phase der Verunsicherung“ (bis zur 12. SSW), der Anpassungsphase (bis zur 20. SSW), über die Konkretisierungsphase (20. bis 32. Woche) bis letztendlich hin zur Gewöhnungsphase (ab der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres). Das Paar bewegt sich in diesen Phasen zwischen Normalität und Herausforderung und braucht wertschätzende, zugewandte, intuitive Begleitung durch professionelle Fachkräfte. Weiterlesen

News Sommer 2020

Hier geht es zur kompletten Ausgabe News Sommer 2020

Kultur bezeichnet die Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen. Wir haben es daher nicht nur mit Unterschieden auf verschiedenen Kontinenten zu tun, sondern mit viel kleineren regionalen Strukturen, in denen es verschiedene Kulturen des Stillens bzw. des Fütterns von Muttermilch gibt. Weiterlesen

VSLÖ Empfehlung Corona-Virus COVID-19 und Stillen

Stand 14.3.2020

Das Corona-Virus COVID-19 ist eine neue Variante einer viralen Erkrankung der Atemwege und wirft viele Fragen auf. Aktuell können Handlungsempfehlungen nur auf Basis anderer ähnlicher viraler Erkrankungen (SARS, MERS) und aus wenigen Fallberichten aus China abgeleitet werden.

Der VSLÖ erlaubt sich hiermit gemeinsam mit der ÖGKJ (Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde) eine Empfehlung für den Umgang mit an COVID-19 erkrankten Müttern und ihren Neugeborenen bzw. gestillten Kindern auszusprechen, die an diesen aktuellen Wissensstand angelehnt sind.

Bisher gibt es keine Hinweise, dass eine intrauterine Transmission und somit eine Ansteckung des Ungeborenen während der Schwangerschaft erfolgt. Ob sich das Ungeborene peripartal im Vaginalkanal infizieren kann und dies durch eine Sectio zu verhindern wäre, ist ungewiss. Der Geburtsmodus sollte individuell mit jeder Frau besprochen werden (Empfehlung der CDC).

Post partum erfolgt eine mögliche Ansteckung über Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen und auch durch direkten Kontakt mit den Ausscheidungen (Stuhl, Urin).

Muttermilch enthält gegen alle Erreger, mit denen die Mutter (und teilweise auch das Kind) in Kontakt kommt Antikörper (sIgA). Diese Antikörper schützen das gestillte Kind und verbessern seine eigene Immunantwort. Stillen schützt also vor Infektionen – eine Übertragung des Corona-Virus über die Muttermilch ist bisher nicht beschrieben.

Aufgrund des Übertragungsweges müssen also 2 Fälle unterschieden werden:

1. Eine positiv auf Corona COVID-19 getestete Schwangere entbindet und möchte stillen:
Eine Trennung von Mutter und Kind kann unterlassen werden, sofern es der Wunsch der Mutter/Eltern ist und es dem Kind gut geht bzw. dieses nicht auf der Neugeborenenstation betreut werden muss. Ein ausführliches Gespräch zwischen der betroffenen Familie und dem behandelnden Team über Risiken und Vorteile sollte dieser Entscheidung vorangehen.

Diese Empfehlung kann sich ändern, sollten sich neue Erkenntnisse ergeben.

Wichtig sind entsprechende Hygienemaßnahmen rund ums Stillen bzw. der Verabreichung von Muttermilch oder Ersatznahrung im Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen bzw. Verdachtsfällen:

  • Ausreichend langes Händewaschen der infizierten oder fraglich infizierten Person vor Berühren des Säuglings, der Milchpumpe und sämtlicher anderen möglicherweise notwendigen Utensilien (Flasche, Sonden, Stillhütchen, etc.).
  • Tragen einer entsprechenden Gesichtsmaske beim Anlegen an der Brust, um eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion zu verhindern.
  • Penibles Einhalten der empfohlenen Reinigungs- und Sterilisationsmaßnahmen von Pumpen und allen mit dem Stillen in Zusammenhang stehenden Utensilien nach jedem Gebrauch.
  • Ist die Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen, kann gewonnene Muttermilch bedenkenlos und ohne Vorbehandlung durch eine gesunde Person an das Neugeborene verabreicht werden.
  • Striktes Einhalten von Sterilisationsrichtlinien bei der Herstellung von Ersatzsäuglingsnahrung. Sterilisation der Fläschchen nach jedem Gebrauch.

2. Eine Stillende erkrankt und wird positiv auf COVID-19 getestet:
In diesem Fall ist davon auszugehen, dass das gestillte Kind bereits Tage zuvor (Inkubationszeit 2-14 Tage, vielleicht auch länger) dem Virus ausgesetzt war. Das Stillen sollte nicht unterbrochen werden. Die Antikörper in der Muttermilch helfen dem Kind eine Infektion am besten abzuwehren. Eine Unterbrechung des Stillens würde das Risiko des Kindes erhöhen, zu erkranken bzw. den Krankheitsverlauf erschweren. Solange die stillende Mutter körperlich in der Lage ist zu stillen, soll sie anlegen.

Sollten sich aufgrund neuer Fallberichte neue Erkenntnisse ergeben, werden wir versuchen, unsere Empfehlungen schnellstmöglich zu aktualisieren.

Dr.in Gudrun Böhm, IBCLC, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr.in Christiane Braumann, IBCLC, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Allgemeine Empfehlungen für Österreich:
Bei Verdacht auf Ansteckung ist es ratsam die Gesundheitshotline 1450 (keine Vorwahl notwendig) anzurufen und den dort gegebenen Anweisungen zu folgen.

Auch die Infoline 0800/555 621 steht rund um die Uhr für Fragen hinsichtlich des Coronavirus zur Verfügung.

Stets aktuelle Antworten auf viele Fragen finden sich auf der Homepage der AGES: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

Literatur:
Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) and Pregnancy: What obstetricians need to know Sonja A. Rasmussen, MD https://doi.org/10.1016/j.ajog.2020.02.017

https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/specific-groups/pregnancy-guidance-breastfeeding.html

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30360-3/fulltext

La leche league international, Continuing to nurse your Baby through coronavirus (2019-nCoV; COVID-19) and other respiratory infections, 19 february 20

Center for Disease Control and Prevention, https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-nCoV/hcp/index.html

AAP Recommendations for Prevention and control of influenza in children, 2019-2020 https://pediatrics.aappublications.org/content/144/4/e20192478

https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

https://www.dggg.de/fileadmin/documents/Weitere_Nachrichten/2020/20200312_GBCOG_FAQ_Corona.pdf

https://www.rcog.org.uk/en/news/national-guidance-on-managing-coronavirus-infection-in-pregnancy-published

Corona- Maßnahmen VSLÖ- Fachtag 13.3.2020

Aufgrund der “Aktuellen Maßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus, Stand 10. März 2020, 13.30” des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, ist es dem VSLÖ UNTERSAGT, den VSLÖ-Fachtag “Das zu kurze Zungenband” am 13.3.2020 mit mehr als 100 TeilnehmerInnen zu veranstalten.

Der VSLÖ versucht einen Ersatztermin zu finden und bittet um Verständnis.

Weitere Informationen bzgl. ev. Verschiebung, Stornobedingungen etc. folgen in Kürze.

https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Aktuelle-Maßnahmen.html

IBCLC Day 4. März 2020