News Herbst 2021

Hier geht es zur kompletten Ausgabe News Herbst 2021

Obwohl Psychische Erkrankungen gerade angesichts der weltweiten Covid-19 Pandemie mehr denn je auf dem Vormarsch sind, so sind sie zugleich nach wie vor mit einem gesellschaftlichen Tabu behaftet. Dieses Paradoxon führt dazu, dass die berechneten Zahlen mit Vorsicht zu verwerten sind. Depressionen werden hinsichtlich ihrer Schwere häufig unterschätzt.4 Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann erkrankt im Laufe des Lebens an einer depressiven Episode. Das bedeutet, Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Weiterlesen

Zusammenfassung der aktuellen Empfehlungen zur Impfung gegen Covid-19

Zusammenfassung der aktuellen Empfehlungen zur Impfung gegen Covid-19, Stand Mai 2021

In Europa sind aktuell 3 Impfstoffe zur Schutzimpfung gegen die Erkrankung COVID-19 zugelassen:
2 mRNA-Impfstoffe (Biontec-Pfizer, Moderna) und ein Vektorimpfstoff (Astra-Zeneca).

Beide Technologien stellen für Stillende keine Kontraindikation dar! Naturgemäß gibt es noch für keine Impfpopulation Langzeitdaten.

https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung—Fachinformationen.html

Anwendungsempfehlung des Nationalen Impfgremiums, Stand 23.2.21:

Stillzeit: Es ist nicht zu erwarten, dass mRNA-Impfstoffe oder Bestandteile desselben in die Muttermilch übertreten und sich daraus irgendein theoretisches Risiko ableiten ließe. Übergehen. Dies ist auch bei Vektorimpfstoffen nicht zu erwarten. Im Gegensatz dazu sind die positiven Effekte des Stillens allgemein bekannt und es sollte daher im zeitlichen Kontext mit der Impfung nicht abgestillt werden.

https://www.oeggg.at/leitlinien-stellungnahmen/covid-19-sars-cov-2/

Empfehlung für stillende Frauen basierend auf den derzeitig international verfügbaren Daten/Stellungnahmen von Fachgesellschaften

Die Impfung soll und kann stillenden Frauen empfohlen werden und stellt keinen Grund dar, die Stillzeit vorzeitig zu beenden. Durch die Impfung gebildete Antikörper gegen eine Infektion mit SARSCoV2, welche durch die Muttermilch auf das Neugeborene übertragen werden, sind als potentiell schützend anzusehen. Es gibt momentan keine ausreichenden Daten, welche die Anwendung während der Stillzeit erlauben, es existieren jedoch keinerlei Hinweise für potentiell negative Auswirkungen.

Als sehr positiven hervorzuheben sind erste Studien, die zeigen, dass Antikörper der Mutter nach einer Coronaimpfung mit mRNA-Impfstoffen über die Muttermilch auf das Kind übertragen werden. Dies lässt vermuten, dass gestillte Kinder einer geimpften Frau gegen Covid-19 geschützt sein könnten. Auch im Nabelschnurblut geimpfter Schwangerer konnten nach der Geburt Antikörper nachgewiesen werden.

Gray KJ, Bordt EA, Atyeo C, Deriso E, Akinwunmi B, Young N, Medina Baez A, Shook LL, Cvrk D, James K, De Guzman R, Brigida S, Diouf K, Goldfarb I, Bebell LM, Yonker LM, Fasano A, Rabi SA, Elovitz MA, Alter G, Edlow AG, COVID-19 vaccine response in pregnant and lactating women: a cohort study, American Journal of Obstetrics and Gynecology (2021), doi: https:// doi.org/10.1016/j.ajog.2021.03.023.

Weitere Informationen zu häufig gestellten Fragen zur Corona-Impfung erhalten Sie unter

https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen.html

 

WAHL DES VSLÖ VORSTANDES 2020

Am 30. November 2020 fand die Generalversammlung und Wahl des neuen VSLÖ Vorstandes online statt. Der gesamte Vorstand mit seinen beiden Beirätinnen wurde von den anwesenden VSLÖ Mitgliedern wieder gewählt.

Der VSLÖ Vorstand freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen und hat bereits viele neue Ideen für die kommenden Jahre.

Bettina Böhm ist nach 10 Jahren Vorstandstätigkeit ausgeschieden und bleibt dem VSLÖ als CERPS-Fachfrau erhalten.

Ein herzliches Dankeschön an Bettina!

vordere Reihe von links: Christiane Braumann, Anita Schoberlechner, Bri Wysoudil-Dobrowsky
hintere Reihe von links: Ursula Gessner, Gudrun Böhm, Sekretärin Andrea Hemmelmayr, Gabi Flaschberger, Ingrid Kruttner, Elisabeth Schlögel, Bettina Böhm

Foto: Karl Grabherr

VSLÖ Empfehlung Corona-Virus COVID-19 und Stillen

Stand 14.3.2020

Das Corona-Virus COVID-19 ist eine neue Variante einer viralen Erkrankung der Atemwege und wirft viele Fragen auf. Aktuell können Handlungsempfehlungen nur auf Basis anderer ähnlicher viraler Erkrankungen (SARS, MERS) und aus wenigen Fallberichten aus China abgeleitet werden.

Der VSLÖ erlaubt sich hiermit gemeinsam mit der ÖGKJ (Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde) eine Empfehlung für den Umgang mit an COVID-19 erkrankten Müttern und ihren Neugeborenen bzw. gestillten Kindern auszusprechen, die an diesen aktuellen Wissensstand angelehnt sind.

Bisher gibt es keine Hinweise, dass eine intrauterine Transmission und somit eine Ansteckung des Ungeborenen während der Schwangerschaft erfolgt. Ob sich das Ungeborene peripartal im Vaginalkanal infizieren kann und dies durch eine Sectio zu verhindern wäre, ist ungewiss. Der Geburtsmodus sollte individuell mit jeder Frau besprochen werden (Empfehlung der CDC).

Post partum erfolgt eine mögliche Ansteckung über Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen und auch durch direkten Kontakt mit den Ausscheidungen (Stuhl, Urin).

Muttermilch enthält gegen alle Erreger, mit denen die Mutter (und teilweise auch das Kind) in Kontakt kommt Antikörper (sIgA). Diese Antikörper schützen das gestillte Kind und verbessern seine eigene Immunantwort. Stillen schützt also vor Infektionen – eine Übertragung des Corona-Virus über die Muttermilch ist bisher nicht beschrieben.

Aufgrund des Übertragungsweges müssen also 2 Fälle unterschieden werden:

1. Eine positiv auf Corona COVID-19 getestete Schwangere entbindet und möchte stillen:
Eine Trennung von Mutter und Kind kann unterlassen werden, sofern es der Wunsch der Mutter/Eltern ist und es dem Kind gut geht bzw. dieses nicht auf der Neugeborenenstation betreut werden muss. Ein ausführliches Gespräch zwischen der betroffenen Familie und dem behandelnden Team über Risiken und Vorteile sollte dieser Entscheidung vorangehen.

Diese Empfehlung kann sich ändern, sollten sich neue Erkenntnisse ergeben.

Wichtig sind entsprechende Hygienemaßnahmen rund ums Stillen bzw. der Verabreichung von Muttermilch oder Ersatznahrung im Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen bzw. Verdachtsfällen:

  • Ausreichend langes Händewaschen der infizierten oder fraglich infizierten Person vor Berühren des Säuglings, der Milchpumpe und sämtlicher anderen möglicherweise notwendigen Utensilien (Flasche, Sonden, Stillhütchen, etc.).
  • Tragen einer entsprechenden Gesichtsmaske beim Anlegen an der Brust, um eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion zu verhindern.
  • Penibles Einhalten der empfohlenen Reinigungs- und Sterilisationsmaßnahmen von Pumpen und allen mit dem Stillen in Zusammenhang stehenden Utensilien nach jedem Gebrauch.
  • Ist die Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen, kann gewonnene Muttermilch bedenkenlos und ohne Vorbehandlung durch eine gesunde Person an das Neugeborene verabreicht werden.
  • Striktes Einhalten von Sterilisationsrichtlinien bei der Herstellung von Ersatzsäuglingsnahrung. Sterilisation der Fläschchen nach jedem Gebrauch.

2. Eine Stillende erkrankt und wird positiv auf COVID-19 getestet:
In diesem Fall ist davon auszugehen, dass das gestillte Kind bereits Tage zuvor (Inkubationszeit 2-14 Tage, vielleicht auch länger) dem Virus ausgesetzt war. Das Stillen sollte nicht unterbrochen werden. Die Antikörper in der Muttermilch helfen dem Kind eine Infektion am besten abzuwehren. Eine Unterbrechung des Stillens würde das Risiko des Kindes erhöhen, zu erkranken bzw. den Krankheitsverlauf erschweren. Solange die stillende Mutter körperlich in der Lage ist zu stillen, soll sie anlegen.

Sollten sich aufgrund neuer Fallberichte neue Erkenntnisse ergeben, werden wir versuchen, unsere Empfehlungen schnellstmöglich zu aktualisieren.

Dr.in Gudrun Böhm, IBCLC, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr.in Christiane Braumann, IBCLC, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Allgemeine Empfehlungen für Österreich:
Bei Verdacht auf Ansteckung ist es ratsam die Gesundheitshotline 1450 (keine Vorwahl notwendig) anzurufen und den dort gegebenen Anweisungen zu folgen.

Auch die Infoline 0800/555 621 steht rund um die Uhr für Fragen hinsichtlich des Coronavirus zur Verfügung.

Stets aktuelle Antworten auf viele Fragen finden sich auf der Homepage der AGES: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

Literatur:
Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) and Pregnancy: What obstetricians need to know Sonja A. Rasmussen, MD https://doi.org/10.1016/j.ajog.2020.02.017

https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/specific-groups/pregnancy-guidance-breastfeeding.html

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30360-3/fulltext

La leche league international, Continuing to nurse your Baby through coronavirus (2019-nCoV; COVID-19) and other respiratory infections, 19 february 20

Center for Disease Control and Prevention, https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-nCoV/hcp/index.html

AAP Recommendations for Prevention and control of influenza in children, 2019-2020 https://pediatrics.aappublications.org/content/144/4/e20192478

https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

https://www.dggg.de/fileadmin/documents/Weitere_Nachrichten/2020/20200312_GBCOG_FAQ_Corona.pdf

https://www.rcog.org.uk/en/news/national-guidance-on-managing-coronavirus-infection-in-pregnancy-published

Stillscheibe

wbw2018-stillscheibeAls Überraschungsgeschenk zur Weltstillwoche haben der VSLÖ, gemeinsam mit der ÖGKJ, die Stillscheibe entwickelt. Die Stillscheibe ist ein praktisches Hilfsmittel zur einfachen Bestimmung altersabhängiger Daten rund ums Stillen, mit weiteren wichtigen Informationen auf der Rückseite.

Kostenfreie Bestellungen: info@stillen.at
oder bei der ÖGKJ ker@studio12.co.at